Saare 38.2 Test In Eckernförde

Test Saare 38.2

Die Saare 38.2 ist ein Fahrtenschiff reinsten Wassers. Perfektioniert für eine kleine Crew und bei jedem Wetter sicher zu bedienen.  Über einen Segeltag ohne Aufregung.

 

Story und Bilder: Claus Reissig

 

Abenteuer werden erst so richtig interessant, wenn man sie im Nachhinein erzählt. Denn in dem Moment, in dem die Geschichte entsteht, ist sie vor allem anstrengend, gefährlich oder mindestens unbequem. Das wissen alle, die schon einmal Abenteuer erlebt haben. Die Segelei besteht schließlich aus solchen Geschichten. Und es gibt Menschen, die davon genug erlebt haben, die ohne oder zumindest mit einem Minimum an Aufregung segeln möchten. Für die gibt es die Saare 38.2.

Wenn man über die in Estland gefertigte 11,40 Meter lange Yacht geht hat man ein bisschen das Gefühl nach Hause zu kommen. Viele Details kennt man: den steilen Aufbau, die kleinen Fenster, das Teakdeck, oder auch die feste Scheibe vor dem Cockpit samt massivem Sprayhood und den Rudergängersitz für jede Krängung hinter dem Rad, oder den Rammschutz an der Flanke.

Auf der Saare hat man ein bisschen das Gefühl nach Hause zu kommen. Viele Details kennt man: den steilen Aufbau, die kleinen Fenster, das Teakdeck, oder auch die feste Scheibe.”

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Alles Ausstattungsmerkmale, die sich jahrelang in der Praxis bewährt hatten und die im Laufe der Moden im Bootsbau anderen Lösungen zum Opfer fielen wie eine praktische Küchenbank, die gegen schicke aber unbequeme Stühle getauscht wurde. Im übertragenen Sinne lässt Saare die Küchenbank also stehen, beziehungsweise die praktischen Details am Schiff. Das zeugt zum einen von Mut diese Lücke zu besetzen, zum anderen aber auch von der Erfahrung aus tausenden gesegelten Meilen – für einen langen Törn muss das Rad nicht laufend neu erfunden werden. Damit ist die Saare 38.2 nicht oldschool oder retro, sie passt eher wie ein guter Lederhandschuh und sticht im Hafen hervor wie ein Expeditionsmobil auf dem Parkplatz zwischen einer Übermacht neuer Wohnwagen. Sie strahlt eine gewisse Würde aus, scheint einige Dinge besser zu wissen, eben wie ein vertrauenserweckender Partner.

Auch vom Materialmix ist die Saare 38.2 über alle Zweifel erhaben. Der Rumpf wird im Vakuumverfahren hergestellt, die Rumpf-Deck-Verbindung ist laminiert. Für den maximal zwei Meter tief gehen Bleikiel wurde aufwendig eine tiefe Bilge an den Rumpf laminiert, um die Kräfte zuverlässig einzuleiten, dazu kommt ein nicht minder aufwendig einlaminierter Rahmen. Mehr geht kaum an Sicherheit, diese Konstruktion sollte jeden Aufprall schadlos überstehen. Fast acht Tonnen bringt die Estin auf die Waage.

Die Saare 38.2 nicht oldschool oder retro, sondern sticht im Hafen hervor wie ein Expeditionsmobil auf dem Parkplatz zwischen einer Übermacht neuer Wohnwagen.”

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Für ein solches Schiff wären Testbedingungen ideal, wo all das gefordert wäre. Windstärke fünf mit einem Meter See – mindestens. Aber, und das ist irgendwie ja die Grundidee der Saare, man kann sich das Wetter nicht aussuchen. Schon gar nicht im Herbst 2018, es ist also wie fast jeden Tag sonnig mit einer milden Brise von gut drei Beaufort. Ausgerüstet ist die Reiseyacht mit den Features der Neuzeit: Rollmast von Selden, versenkte Rollfockanlage von Furlex, elektrische Winschen und kugelgelagerte Blöcke von Harken, sowie Epex-Foliensegel von Elvström. Auch hier wurde offensichtlich nicht gespart, sondern nach dem Motto ausgerüstet: Nimm das Beste, dann geht nichts schief.

Wer dieser Philosophie als Kunde folgt, darf sich auf ebenso unaufgeregte Tage auf dem Wasser freuen, wie wir uns heute auf der Ostsee. Einmal eingetrimmt geht es mit knapp sechs Knoten an die Kreuz, Wendewinkel 90 Grad, die Bewegungen sind ruhig, das Schiff ist leise, auch in der Wende. Serienmäßig wird die Yacht mit einer 104-Prozent-Genua geliefert, auf Kundenwunsch wurde die Saare 38.2 nachträglich mit einer Selbstwendefock versehen. Wer mehr Fläche braucht, bekommt eine klassische Genua oder einen Code Zero.

Bei der Ausrüstung offensichtlich nicht gespart, sondern nach dem Motto gearbeitet: Nimm das Beste, dann geht nichts schief.”

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Wir kreuzen heute nur mit der Fock, die wie das Rollgroßsegel von Elvström mit zahlreichen Latten in Form gebracht wurde. Das Profil der der mit einem tiefen Profil versehenen Fock lässt sich systembedingt nur bedingt ändern, denn es gibt keinen verstellbaren Holepunkt. Trotzdem ist ein Selbstwendefock gerade auf Revieren wie der Eckernförder Bucht ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Segel verlangen kaum nach Arbeit an den Winschen, ob der zahlreichen Latten schlägt kein Segel, es ist leise in den Manövern, fast entspannt; ideal für eine kleine Crew. Wer den Druck auf raumen Kursen erhöhen möchte, könnte auf den Code Zero wechseln. Richtig nötig ist das zumindest Heute nicht: Die Saare läuft auch bei raumem Wind über fünf Knoten.

Wir kreuzen heute nur mit der Fock, die wie das Rollgroßsegel von Elvström mit zahlreichen Latten in Form gebracht wurde.”

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Hier könnte der Test eigentlich enden, wäre da nicht der ebenso unscheinbare Innenausbau. Man muss kein ewig Gestriger sein um die beiden langen Bänke im Salon zu mögen, wo sich immer ein guter Platz in Lee findet. Der Kartentisch (es ist ja immer noch eine 38-Fuß-Yacht) ist deswegen nach achtern gerichtet. Entgegen des vorherrschenden Trends wurde das Hauptschott um einige Zentimeter in den Salon hinein-, statt hinausgeschoben, das übliche En-Suite-Bad im Vorschiff wanderte zudem nach Steuerbord achtern. Dadurch fällt die Vorschiffskabine unverhältnismäßig groß aus und es entsteht zusätzlicher Schrankraum. Die Kojen rückten ebenfalls nach achtern und werden dadurch im Fußbereich breiter, davor entsteht ein von außen zugänglicher Segelstauraum.

Warum macht Saare das? Punkt 2 in der Bezeichnung 38.2 verweist auf die angestrebte Nutzung: zwei Personen. Eine durchaus realistische Einschätzung des privaten Segelns, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Gäste sind zumeist nur selten an Bord, wer will, wie im Falle unsres Testschiffes, kann Backbord achtern noch eine zusätzliche Kabine ordern. Sonst wird auch diese Fläche begehbarer Stauraum, wie an Steuerbord vom Bad aus.

Die Bezeichnung 38.2 verweist auf die angestrebte Nutzung: zwei Personen. Eine durchaus realistische Einschätzung des privaten Segelns, wenn die Kinder aus dem Haus sind.”

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Die Kleinserie bei Saare lässt die Möglichkeit viele Wünsche des zukünftigen Eigners umzusetzen. Der muss dann nur noch einstauen, die Segel ausrollen und losfahren. Ohne großes Gedöns, wie man in Norddeutschland sagt, wenn man meint, dass etwas getan wird ohne viel Aufhebens davon zu machen. Eine verlockende Vorstellung…

Maße:  
Länge: 11,40 m
LWL: 10,16
Breite: 3,70 m
Tiefgang: 1,95 m (Option: 1,80 m)
Verdrängung: 7,9 t
Frischwassertank: 240 l (Option 340 l)
Dieseltank: 200 l (Option 300 l)
Segelfläche: 86 qm
Motorisierung: Volvo Penta 40 PS/30 kW (Option: 50 PS/37 kW)
Konstrukteur: Karl Johan Strahlmann
CE-Kategorie: A (Hochsee)
Preis: ab 311.209,- Euro
Testschiff: ca. 410.000,-  Euro

Werft: Saare Yachts OÜ, Sadama 10, EST–Nasva 93872

Internet: www.saareyachts.com

Vertrieb:         Yachtsport Eckernförde, Vogelsang 20, 24340 Eckernförde. E-Mail: info@yse.de

Internet:          www.yse.de

Messwerte unter Segeln (Wind 11-13 Knoten/3-4 Bft):

Am Wind: 6,1 kn
60°: 5,4 kn
90°: 5,5 kn
120°: 5,4 kn

 Stehhöhe:

Achtern: 1,76 m
Niedergang: 1,87 m
Salon: 1,89 m
Vorschiff: 1,87 m

Kojen:

Vorschiff: 2 x 2,05 x 0,80 m
Salon: 2 x 2,02 x 0,66 m
Achtern: 1 x 2,20 x 1,20 m

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