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Das neue Schiff: Kaufen oder leasen?

Was wäre, wenn…

…ich das nächste Schiff leasen würde? Sunsail hat dafür bis Ende September noch ein Mega-Angebot parat. Ich habe es mir einmal durchgerechnet.

 

Story: Claus Reissig, Bilder: Claus Reissig/Sunsail

 

Irgendwie sind Wassersportler immer auf der Suche nach einem neuen Schiff. Ich auch. Meist ist gebraucht Kaufen das Mittel der Wahl. Was wäre denn aber, wenn man das Boot einfach leasen würde? Ein völlig abwegiger Gedanke?

Unser letztes Schiff hat fast unsre gesamten Ersparnisse für den Kauf gekostet, dazu kamen Reparaturen und beeindruckende 1.600 Stunden Arbeit (Gebrauchtbootkauf, Teil 1: Die Sache mit den Listen), die einem die Sache ganz schön madig machen können. Von Versicherung, Liegeplatz und Unterhalt einmal ganz zu schweigen.

Irgendwie sind Wassersportler immer auf der Suche nach einem neuen Schiff. Ich auch. Was wäre denn aber, wenn man das Boot einfach leasen würde? Ein völlig abwegiger Gedanke?”

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Jetzt kommt von Sunsail eine Art Sommerschlussverkaufs-Angebot für eine Sunsail 38, befristet bis Ende September 2018: Voll ausgestattet statt für 215.000 Euro soll sie für 160.000 Euro Buchwert an ihren neuen Besitzer mit Liegeplatz auf Lefkas gehen. Glatte 55.000 Euro werden als Rabatt eingeräumt! Warum Sunsail das macht? Auch Vercharterer stehen unter Druck, die Kunden erwarten attraktive neue Schiffe, dafür braucht man Eigner, die die Schiffe privat kaufen und sie nach Ende der Laufzeit (5 Jahre) wieder mitnehmen um Platz für neue zu schaffen. Ein Riesengeschäft.

Der Einstieg beginnt für den Käufer der Sunsail 38 günstig mit einer Anzahlung von 45 Prozent, das entspricht 72.000 Euro. Dafür bekommt man normalerweise eine gleich große Yacht, die sagen wir einmal 10 Jahre alt und entsprechend verschlissen ist. Mit deren Kauf begännen damit sofort wie oben erwähnt alle Kosten für ein eigenes Schiff zu laufen: Gut 4.000 Euro pro Jahr für den Liegeplatz auf Lefkas (wie die Charteryacht), dazu die Versicherung mit mindestens 600 Euro pro Jahr plus Reparaturen, Kranen, Antifouling und Unterhalt.

Der Kauf der Sunsail 38 beginnt mit einer Anzahlung von  72.000 Euro. Dafür bekommt man normalerweise eine gleich große Yacht, die  10 Jahre alt und entsprechend verschlissen ist.”

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Generell rechnet man für Alles rund 10 Prozent von ehemaligen Neupreis – pro Jahr. Für diese Rechnung begnüge ich mich mit der Hälfte, also 10.000 Euro. Bei der neuen, fiktiven Sunsail 38 übernimmt der Vercharterer diese Kosten: Liegeplatz, Versicherung, Wartung gehen aufs Haus. Klingt entspannt. Was Sunsail dafür haben möchte? Die 38 als Charteryacht. Fünf Jahre lang segelt sie mit Kunden durch Griechenland.

Bis zu 12 Wochen jährlich sind dabei übrigens kostenlos für den Eigner, das ist Teil des Geschäfts. Auf dieser Yacht oder einer ähnlichen weltweit nach Wahl. Würde man das jedes Jahr ausschöpfen und rund 3.000 Euro Charter pro Woche rechnen, hätte man als Käufer einen zusätzlichen Mehrwert von 36.000 Euro pro Jahr oder 180.000 Euro über die Laufzeit; das gilt natürlich auch für das Gebrauchtboot. Zugegeben, 3 Monate Jahresurlaub haben die Wenigsten, aber das gilt ja genauso für das eigene Schiff. Bei sechs Wochen Nutzung im Jahr spart man an Charter über die Jahre also theoretisch 90.000 Euro.

Bei der Sunsail 38 gehen Liegeplatz, Versicherung und Wartung aufs Haus. Klingt entspannt. Was Sunsail dafür haben möchte? Die 38 als Charteryacht.”

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Rechnet man dann für die eigene Yacht der Einfachheit halber jährlich 10.000 Euro Unterhalt (zuzüglich Eigenleistung), sind zu unsrem Kaufpreis nach fünf Jahren noch einmal 50.000 Euro zusätzlich angefallen, ohne dass das Schiff an Wert gewonnen hätte. Die – mittlerweile 15-jährige – eigene Yacht hätte dann also bei einem Kaufpreis von 72.000 Euro nach fünf Jahren schon 122.000 Euro gekostet und 90.000 Euro Charter gespart. Rechnerischer Kaufpreis nach fünf Jahren also: 32.000 Euro.

Das Charterschiff kann man nach demselben Zeitraum für weitere 32.000 Euro (zusätzlich zur Anzahlung von 72.000 Euro) übernehmen, es gehört einem also ein fünf Jahre altes Schiff für insgesamt 104.000 Euro. Die Differenz von 56.000 Euro zum theoretischen Kaufpreis von 160.000 Euro (s.o.) hat das Schiff durch seinen Chartereinsatz eingefahren. Zieht man wieder die 90.000 Euro gesparte Charter ab, macht das in Summe 14.000 Euro Kaufpreis nach fünf Jahren.

Das Charterschiff kann man nach 5 Jahren für weitere 32.000 Euro übernehmen, es gehört einem also ein fünf Jahre altes Schiff für insgesamt 104.000 Euro.”

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Ab da laufen für beide Schiffe die Kosten wie bei einer Privatyacht. Was aber, wenn man das Charterschiff nach Ende der Laufzeit nicht haben möchte? Dann bekommt man 32.000 Euro seiner Anzahlung von Sunsail zurück und hat keine weiteren Verpflichtungen. Nach der Anzahlung von 72.000 Euro zu Programmbeginn läge der Verlust also bei 40.000 Euro. Rechnet man die oben genannten Charterkosten dagegen, käme man auf ein rechnerisches Guthaben von 50.000 Euro.

Will man hingegen das eigne, gebrauchte Schiff verkaufen und würde tatsächlich den Kaufpreis von 72.000 Euro wiederbekommen, hätte man unter der Berücksichtigung der gesparten Charter 18.000 Euro verdient. Wobei die Kosten für den Verkauf, also Makler, Reisekosten für die Besichtigungstermine oder ein Gutachter noch dazu kämen. Bei der Charteryacht belastet die Habenseite dagegen der Fiskus: Die Chartereinnahmen müssen versteuert werden.

Bei sechs Wochen Urlaub pro Jahr ist der Kauf rechnerisch günstiger, als jeweils eine Yacht zu chartern. Und: Je mehr Zeit man an Bord verbringt, desto besser wird die Rechnung.”

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Für beide Schiffe gilt, dass der Kauf rechnerisch günstiger ist, als jeweils eine Yacht zu chartern (bei 6 Wochen im Jahr); mit Vorteilen für die Leasingyacht. Und: Je mehr Zeit man pro Jahr an Bord verbringt, desto besser wird die Rechnung.

Infos:www.sunsailyachteigner.de

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