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Test Wauquiez Pilot Saloon 42

Langfahrtschiffe gelten als funktional und sicher. Die neue Wauquiez PS 42 fügt dem noch einen Schuss französisches Laisser-faire hinzu.

 

Story und Fotos: Claus Reissig

 

Das Leben kann hart sein an Bord, selbst im Mittelmeer und vor einer Insel wie Mallorca. Es regnet, der Wind pendelt müde zwischen sechs und zehn Knoten. Grau grüßen die Berge mit Wolken verhangenen Gipfeln.

Da ist es gut, wenn man sich auf einem Schiff wie der Wauquiez Pilot Saloon 42 befindet – denn die beschert gute Laune. Sie scheint das Leben als Fahrtensegler leichter nehmen zu können als manche Konkurrenten, überrascht mit unkonventionellen Lösungen und Details. Man sitzt obenauf, der Blick schweift über die graue Bucht.

Unter Segeln macht die Wauquiez das, was man heutzutage von einem modernen Schiff erwartet. Trotz reichlich zehn Tonnen Leergewicht läuft sie entspannt durch die Bucht von Palma.”

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Nicht, dass die neue Französin nicht auch Wind vertragen könnte. Denn das kann sie fraglos: sie ist strukturell sauber verarbeitet mit anlaminierten Schotten und teils anlaminierten Möbeln, die Beschläge vernünftig dimensioniert. Aber etwas Laisser-faire um sich verbreiten kann sie bei allem Ernst. Vielleicht nicht wie keine andere, das wäre übertrieben, aber sie scheint eben locker.

Offensichtlich hat der Werft, die ihren Sitz an der belgischen Grenze hat, die Trennung vom zwischenzeitlichen Mutterkonzern Beneteau gutgetan: Wauquiez ist wieder in Privateigentum und somit wieder selbst bestimmt, auch wenn eine Jahresproduktion von derzeit etwa 20 Schiffen noch Luft nach oben lässt. Das weiß auch Ben Vaes, der mit seiner Firma Luxury Marine den Vertrieb unter anderem für den deutschsprachigen Raum übernommen hat: „Der Beneteau-Einfluss war bestimmt nicht schlecht, aber jetzt kann sich Wauquiez wieder auf seine Wurzeln besinnen“, sagt der gebürtige Niederländer, nämlich Schiffe nach Kundenwunsch zu bauen.“

„Wauquiez kann sich wieder auf seine Wurzeln besinnen“, sagt Ben Vaes (r.), der mit seiner Firma Luxury Marine den Vertrieb unter anderem für den deutschsprachigen Raum übernommen hat, „nämlich Schiffe nach Kundenwunsch zu bauen.”

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Die 12,99 Meter lange Pilot Saloon 42 ist das kleinste Modell der Range. Und offensichtlich eine Größe, in der das Konzept des raised – also angehobenen – Salons noch gut funktioniert. Kurz umrissen wandert dabei der Salon samt Sofa im Schiff nach oben, während die Einbauten nach innen rücken. Weitere Merkmale sind somit der höhere Aufbau mit größeren Fenstern – die sich hier elektronisch gegen die Sonne abschatten lassen –, massig Stauräume, sowie einige Stufen zusätzlich um in die Kabinen zu gelangen. Bemerkenswerterweise verträgt das Schiff diese Anpassungen gut. Es wirkt weder kleinteilig noch zersiedelt, sondern wirkt ganz im Gegenteil, mit genannten Abstrichen, leicht und luftig.

Vor allem ist die Wauquiez 42 aber anders, ein Merkmal, dass ihr, beziehungsweise ihren Erschaffern, am Herzen zu liegen scheint. Außen ist sie dafür großzügig mit nichtrostendem Stahl bestückt (eine Schwesterfirma macht in Edelstahl), die Reling hat drei Durchzüge (statt zwei) und die erwähnten großen und auf Knopfdruck abzudunkelnden Fenster müssen ein kleines Vermögen gekostet haben. Sie werden von außen gleich wieder durch eine stabile Holzleiste unterbrochen um nicht aufdringlich zu wirken. Ebenfalls derzeit eine Besonderheit in dieser Schiffsgröße: Ein vollwertiger Kartentisch und – festhalten – ein Ölzeugschrank im Salon, gut erreichbar am Niedergang.

Eine Besonderheit in dieser Schiffsgröße: Ein vollwertiger Kartentisch und – festhalten – ein Ölzeugschrank im Salon, gut erreichbar am Niedergang.”

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Ihr Volumenunter Deck holt sich die 4,34 Meter breite Yacht, die mit zwei oder drei Kabinen lieferbar ist, dagegen konventionell zum einen durch ein fülliges Vorschiff, zum anderen durch die Knicke im Rumpf, die eigentlich von Rennyachten kommen und hier statt einer harten Kante mit einem weich gerundeten Übergang daherkommen. Sie ermöglichen eine große Rumpfbreite bereits kurz oberhalb der Wasserlinie, während die Bordwände danach steil ansteigen.

Unter Segeln macht die Wauquiez das, was man heutzutage von einem modernen Schiff erwartet. Trotz reichlich zehn Tonnen Leergewicht läuft sie mit prall gefüllten Tanks, also rund 900 Kilogramm Zuladung, entspannt durch die Bucht von Palma. Zu keiner Zeit hat man trotz des leichten Winds das Gefühl die Segel einpacken und auf die Maschine ausweichen zu müssen. Ab 90 Grad rollen wir die kleine Genua ein und die Leichtwindgenua (Code Zero) aus.

Bei knapp 13 Metern funktioniert das Konzept des angehobenen Salons noch gut. Dabei wandert der Salon samt Sofa im Schiff nach oben, während die Einbauten nach innen rücken.”

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Die allgegenwärtige Leichtigkeit setzt sich am Ruder fort. Zwar passt die Position der Steuersäulen bei Baunummer 1 noch nicht perfekt, das soll jedoch in der Serie anders werden. Bleiben wird jedoch der nahezu reibungsfreie Lauf der aufwendigen Ruderanlage. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, schließlich verfügt die Wauquiez 42 nicht nur über zwei Steuerräder, um in dem breiten Cockpit stets richtig zu sitzen, sondern auch über zwei Ruderblätter und somit über eine Menge Mechanik, die bewegt werden will. So ist trotz des breiten Hecks bei Lage jeweils ein Ruder ohne Abstriche im Einsatz. Wer negative Auswirkungen auf die Manövriereigenschaften unter Maschine befürchtet, kann beruhigt sein: zwar kommt es zu einem verzögerten Ansprechen bei Vorwärts-Gasschüben. Auf der anderen Seite stehen die Ruder aber auch sonst nicht im Schraubenstrom und das Steuerrad kann unter Maschine bei jeder Geschwindigkeit losgelassen werden, ein klarer Vorteil.

Ihr Volumen unter Deck holt sich die 4,34 Meter breite Yacht, die mit zwei oder drei Kabinen lieferbar ist, beispielsweise konventionell durch ein fülliges Vorschiff.”

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Vieles ist also gut auf der neuen Wauquiez DS 42, die gerade in ihr erstes Jahr gestartet ist. Das werden die Kunden auch erwarten, denn die Werft spielt preislich in der Oberliga. 452.200 Euro verlangen die Franzosen für ihr neues Schiff, es befindet sich also in guter Gesellschaft mit X-Yachts oder Hallberg Rassy; komplett ausgerüstet wie die Testyacht sind es 633.486 Euro. Dafür gibt es einen coolen Cruiser, der auf jeden Fall Seltenheitswert in den Häfen hat.

Maße  
Länge 12,99 m
LängeWasserlinie 11,79
Breite 4,34 m
Tiefgang 1,75 m (Option: 2,15 m)
Verdrängung: 10,7 t
Frischwassertank 615 l
Dieseltank 415 l
Großsegel: 46 qm
Genua: 43,5 qm
Motorisierung: Yanmar 57 PS/43 kW (Option: 80 PS/60 kW)
Konstrukteur: Berret-Racoupeau Yacht Design
Konstruktion Rumpf und Deck Balsa-Sandwich im Vakuumverfahren
Grundpreis ab 452.200 Euro
Testschiff 633.486  Euro
Vertrieb Luxury Marine, Tel: +44 7740 102558, E-Mail: ben.vaes@luxury-marine.com

Internet: www.luxury-marine.com

Werft:  www.wauquiez.com
Messwerte unter Segeln (6-11 Knoten Wind):  
Am Wind 5,4 kn (Genua)
60° 5,0 kn (Genua)
90° 7,0 kn (Code Zero)
Messwerte unter Motor:  
2000 1/min 6,6 kn
2500 1/min 7,3 kn
3000 1/min 7,7 kn
Stehhöhe:  
Achtern 1,80 – 2,16 m
Niedergang 1,90 m
Salon 1,63 m
Vorschiff 1,85 m
Kojen:  
Achtern 2,02 x 1,60 m
Vorschiff 2,05 x 1,50 m

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